Erster Feldversuch: Was passiert wenn eine ganze Straße gleichzeitig das E-Auto auflädt?

Erster Feldversuch: Was passiert wenn eine ganze Straße gleichzeitig das E-Auto auflädt?

Erster Feldversuch: Was passiert, wenn eine ganze Straße gleichzeitig das E-Auto auflädt?

http://bit.ly/2Uv2qaB

Die Stromnetze in Deutschland sind darauf ausgelegt, Firmen und Privathaushalte sicher mit Energie zu versorgen. Oftmals wurden sie allerdings zu einer Zeit installiert, als von Elektroautos noch keine Rede war. Dementsprechend stehen die Netze nun vor einer neuen Herausforderung, weil mit mehr Elektroautos auch die Nachfrage stark ansteigen dürfte. Verstärkt wird die Problematik potentiell noch durch den sogenannten Tagesschau-Effekt. Damit wurde ursprünglich das Phänomen beschrieben, dass Abends um 20:00 Uhr besonders viele Fernseher angestellt werden. Übertragen auf die Elektroautos bedeutet dies: Die Ladezeiten verteilen sich nicht konstant über den Tag, sondern konzentrieren sich auf bestimmte Zeiten – etwa weil viele Menschen zeitgleich von der Arbeit nach Hause kommen. Für diesen Fall rechnen Experten mit einer sehr hohen Belastung für die Stromnetze.

Die Elektroautos wurden zumeist von Pendlern genutzt

Um die Problematik genauer zu verstehen, hat der Verteilnetzbetreiber NetzeBW, der zum Energienkonzern EnBW gehört, nun einen ersten Feldversuch unternommen. Schauplatz dafür war die Belchenstraße in Ostfildern-Ruit in der Nähe von Stuttgart. Dort wurden zehn Familien mit einem Elektroauto und einer Wallbox zum Laden ausgestattet. Die Häuser in der Straße wurden in den 1980er Jahren gebaut und an das Stromnetz angeschlossen. Außerdem werden sie von einem Stromkreis mit Elektrizität versorgt, wodurch sich die Ergebnisse besonders gut auswerten lassen. Wie die Familien ihre Elektroautos nutzen, wurde ihnen nicht vorgeschrieben. Vielmehr sollte ein realistisches Bild der Alltagsnutzung gewonnen werden. Bekannt ist allerdings, dass viele der Hausbesitzer täglich rund 30 bis 40 Kilometer zur Arbeit fahren.

Der Tagesschau-Effekt war nicht zu beobachten

Die Ergebnisse dieses ersten Feldversuchs sind weitgehend erfreulich. So erwies sich die Belastung für das Niederspannungsnetz als geringer als erwartet. Die Hauptursache: Der Tagesschau-Effekt trat nicht so ein wie erwartet. Tatsächlich wurden niemals mehr als vier Fahrzeuge gleichzeitig aufgeladen. Dadurch entstanden weniger Nachfragespitzen, was die Steuerung deutlich vereinfachte. Zudem wurde in der zuständigen Trafo-Station eine Art Frühwarnsystem getestet. Durch eine detaillierte Überwachung der Belastung des Stromnetzes sollen Probleme zukünftig frühzeitig erkannt werden. Auch dieses System funktionierte unter den realen Bedingungen. Allerdings sind Privathaushalte nur ein Teil des Problems. Ebenso schwierig dürfte es sein, die Nachfrage von Schnellladestationen und größeren Ladeparks zu befriedigen.

Via: Edison

Technologie

via Trends der Zukunft http://bit.ly/2TX0BUn

January 30, 2019 at 11:23AM

DSGVO: Mehr als 12.000 Datenpannen in Deutschland gemeldet

DSGVO: Mehr als 12.000 Datenpannen in Deutschland gemeldet

DSGVO: Mehr als 12.000 Datenpannen in Deutschland gemeldet

http://bit.ly/2CTkjZC

Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hat im ersten halben Jahr zu zahlreichen Meldungen von Datenpannen geführt. Bis Ende Januar 2019 wurden in der gesamten Europäischen Union 41.502 Vorfälle gemeldet, wie aus einer Übersichtsgrafik der EU-Kommission hervorgeht (PDF). In Deutschland habe es bis Ende 2018 insgesamt 12.256 Meldungen gegeben, teilte der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber auf Anfrage von Golem.de mit. Was hinter den Fällen im Detail steckt, ist jedoch unklar.

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Nach Artikel 33 der DSGVO müssen verantwortliche Datenverarbeiter eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten innerhalb von 72 Stunden den Aufsichtsbehörden melden. Nach Artikel 34 müssen die Verantwortlichen in bestimmten Fällen auch die Betroffenen informieren. Allerdings nur dann, wenn die Verletzung „voraussichtlich ein hohes Risiko für die persönlichen Rechte und Freiheiten natürlicher Personen zur Folge“ hat.

Viele Fälle sind meldepflichtig

Die bayerische Landesdatenschutzbehörde nennt als Beispiele für solche Datenpannen „eine Webanwendung, die eine bislang unbekannte SQL-Injection-Lücke aufweist, ein neuer Bug im Webserver, der einen Vollzugriff auf Systemebene ermöglicht, ein verloren gegangener USB-Stick oder ein Einbruch in den schlecht gesicherten Serverraum, der mit einem Verlust der Backup-Platten einhergeht“. Auch der Verlust eines Laptops mit Kundendaten wäre meldepflichtig. Sind die Daten auf einem verlorenen Laptop hingegen verschlüsselt, müssen zumindest die Betroffenen nicht informiert werden.

Zu den meldepflichtigen Verstößen gehörten zudem die Hacks von Politikern, die Anfang Januar 2019 bekannt geworden waren. Hier wurden Betroffene, deren persönliche Daten veröffentlicht worden waren, von Bundestagsabgeordneten informiert, deren Konten gehackt worden waren.

Eine Aufschlüsselung nach Themen sei bei den Datenpannen „mangels entsprechender Statistik leider nicht möglich“, sagte ein Sprecher des Bundesdatenschutzbeauftragten. Auch die EU-Kommission konnte auf Nachfrage von Golem.de keine weiteren Details zu den Zahlen nennen. Eine Sprecherin bestätigte lediglich, dass Deutschland von allen Mitgliedstaaten die meisten Meldungen erhalten habe.

Zu den bekannt gewordenen Verstößen zählte ein Datenleak beim Chatanbieter Knuddels. Dieses wurde mit einem Bußgeld in Höhe von 20.000 Euro geahndet.

Technologie

via Golem.de http://bit.ly/2CXsAOp

January 29, 2019 at 05:03PM

Erste Etappe der MOBI Grand Challenge beendet

Erste Etappe der MOBI Grand Challenge beendet

Erste Etappe der MOBI Grand Challenge beendet

http://bit.ly/2Sjb1zT

Wie lässt sich die Blockchain-Technologie nutzen, um Mobilitätsdienste kostengünstiger und umweltfreundlicher zu gestalten? Diesem Thema widmet sich die MOBI-Stiftung, die dazu eine weltweite Challenge ins Leben gerufen hat. Die Gewinner der ersten Etappe und deren Lösungen werden beim MOBI-Kolloquium am 15. Februar 2019 in München vorgestellt.

Am 14. Januar 2019 endete die Frist für Einreichungen zur ersten Stufe der MOBI Grand Challenge (MGC). Der Wettbewerb startete am 12. Oktober 2018 beim MGC Launch Event in New Mexico. Seitdem haben sich Entwicklerteams aus der ganzen Welt zusammengefunden, um Blockchain-basierte Lösungen für den Bereich der Mobilität zu erarbeiten.

Neues aus der Kryptoszene

Das ultimative Ziel des von der von der MOBI-Initiative initiierten Wettbewerbs ist es, das erste funktionierende dezentrale Ad-hoc-Netzwerk aus Blockchain- und Distributed-Ledger-Technologie zu schaffen, über das Fahrzeuge und Infrastrukturen sicher und zuverlässig Daten austauschen können, um so die urbane Mobilität zu verbessern.

Beim MOBI-Kolloquium stellen sich die Gewinner vor

Die Gewinner der ersten Stufe der Challenge werden am 15. Februar 2019 im Rahmen des MOBI-Kolloquiums bekannt gegeben, das von der BMW Group – einem Mitglied der MOBI-Community – im BMW Innovationszentrum in München ausgerichtet wird. Die Veranstaltung beinhaltet eine Finalisten-Präsentation sowie die öffentliche Demonstration ausgewählter Technologien an zwei Tagen. Im Vorfeld des Kolloquiums richtet MOBI eine Plattform für die Öffentlichkeit ein. Dort kann jeder die einzelnen Abstimmung individuell überprüfen, selbst abstimmen und noch Einreichungen vornehmen. Das Abstimmungsfenster wird in den sozialen Medien bekannt gegeben. Die Abstimmung selbst findet dann auf der neuen Website von MOBI statt.

Industry of Things

„Teams, die an der MOBI Grand Challenge teilgenommen haben, haben uns eine Vielzahl von Möglichkeiten gezeigt, welche Blockchain-, IoT- und Distributed-Ledger-Technologien sich in naher Zukunft auf die Mobilität in der Region auswirken wird“, so MOBI-Gründer und -CEO Chris Ballinger. „Blockchain-Technologie hat das Potenzial, die Mobilitätswirtschaft und deren Lösungen zu revolutionieren.“

Über 20 Teams auf vier Kontinenten haben in den letzten drei Monaten zusammengearbeitet, programmiert und eine Lösung für ein Mobilitätsproblem ihrer Wahl gefunden. Eine Reihe von Teams befassten sich mit den gebräuchlichsten Zahlungstransaktionen – etwa der nutzungsabhängigen Bezahlung von Infrastrukturen inklusive Maut. Krypto-Assets sollen die Schaffung einer schlanken und transparenten Bezahlinfrastruktur ermöglichen.

Blockchain und autonomes Fahren

Andere Teilnehmer konzentrierten sich auf die Überlegung, ob und wie auf der Basis der Blockchain-Technologie autonome Fahrzeugen ihre Routen gemeinsam planen können, um das Fahrverhalten zu koordinieren, dass Verkehrsstaus und Unfälle vermieden werden können.

Einige Teams arbeiteten an einer Monetrarisierung leerer Parkplätze sowie ungenutzter Elektro- und Hybridfahrzeugladegeräte, indem sie diese und die Zahlungen in einer public oder permissioned Blockchain registrierten und so eine tokenisierte Umgebung schufen. Mithilfe solcher Plattformen können Eigner ohne größeren Aufwand finanzielle Vorteile aus bislang nicht genutzten Ressourcen ziehen, was wiederum einen Anreiz schafft , diese Ressourcen ein gemeinsames Ökosystem einzubringen.

Über MOBI

MOBI ist eine gemeinnützige Stiftung, die gegründet wurde, um die Akzeptanz der Blockchain-Technologie und verwandter Technologien zu Gunsten der der Mobilitätsindustrie, der Verbraucher und der Gemeinden zu fördern. Erfolgen soll dies durch die Schaffung einfacher Standards und digitaler Systeme zur Identifizierung von Autos, Personen und Fahrten, das Bezahlen von Mobilitätsdienstleistungen sowie das sichere Austauschen und Monetarisieren von Daten bei vollem Schutz der Eigentumsrechte und der Privatsphäre.

MOBI arbeitet mit den meisten großen Automobilherstellern und vielen Mobilitätsdienstleistern, Non-Profit-Organisationen, Verwaltungen, Regierungen, Agenturen und Technologieunternehmen zusammen. Die MOBI-Initiatoren bzw. -Mitglieder sind der Überzeugung, dass sich mithilfe der Distributed-Ledger-Technologie und durch eine enge Zusammenarbeit aller Player Mobilitätsdienste effizienter, kostengünstiger, sicherer und umweltfreundlicher als bisher erbringen lassen.

Technologie

via Industry of Things – News http://bit.ly/2KtcTzz

January 27, 2019 at 04:07PM

CO2-Dividende als Kopfpauschale

CO2-Dividende als Kopfpauschale

CO2-Dividende als Kopfpauschale

http://bit.ly/2B9ZSY4

CO2-Dividende als Kopfpauschale

Die Lösung des Gordischen Knotens, wie sich klimaschädliches Verhalten gerecht steuern ließe

Massive Schritte zur Rettung des Weltklimas einleiten und dabei die Masse der Bevölkerung als Unterstützer gewinnen – für Politiker und Ökonomen weltweit ein scheinbar unauflöslicher Widerspruch. Der Ausweg: klimaschädlichen Verbrauch viel stärker belasten, aber zeitgleich die Einnahmen direkt und pro Kopf an die Bevölkerung auszahlen.

Überall, wo fossile Energieträger verbrannt werden, kann man durch stetig steigende Kosten Anreize zum Umdenken setzen. Entscheidend aber ist, dass die eingenommenen Milliardenbeträge nicht im allgemeinen Steuerbudget verschwinden. Das zur Lenkung des Verhaltens eingenommene Geld wird umgehend an die Verbraucher und gegebenenfalls auch an die Betriebe zurückverteilt. Dabei gewinnt jeder, dessen klimaschädliches Verhalten geringer als der Durchschnitt ist. Und all jene, die überdurchschnittlich belastet werden, haben einen ökonomischen Anreiz ihr Verhalten auf klimaneutrale Produktion, klimafreundliche Verkehrsmittel oder CO2 vermeidenden Konsum umzustellen.

Akzeptanz durch ökonomische Beteiligung

Die Idee ist ganz einfach. Bei Wählern, Bürgern und Steuerzahlern erzeugt man wachsenden Widerstand, wenn man sie über ihr Konsumverhalten finanziell immer stärker belastet. Es macht sich schnell das Gefühl breit, dass sich andere an diesem Geld bereichern, oder dass es in einem ineffizienten Staatsapparat versickert.

Ganz anders aber, wenn von Anfang an deutlich wird, dass ausnahmslos jeder Bürger, jedes Kind, jeder Rentner von neuen Öko-Abgaben profitieren kann. Deshalb sollte bei der Verteilung der Erträge ausnahmslos jeder Bürger gleichermaßen beteiligt werden. Ein populärer Verfechter dieses Ansatzes ist der US-Ökonom Gilbert Metcalf. Im Interview mit dem Spiegel berichtet er, dass seine Idee in den USA bereits prominente Unterstützer gewonnen hat: „Man könnte (…) jedem Haushalt einen identischen Betrag auszuzahlen, eine CO2-Dividende. Das schlägt gerade eine überparteiliche Gruppe von ehemaligen Spitzenfunktionären von Demokraten und Republikanern vor. Sie wollen pro Jahr vier Auszahlungen.“

Brigitte Knopf, die Generalsekretärin des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change, äußert in einem Zeit-Interview einen entsprechenden Gedanken: „Eine CO2-Abgabe (…) generiert Einnahmen, die ich als Kopfpauschale zurückverteilen würde. Das würde vor allem ärmere Haushalte vor höheren Energiepreisen schützen und für einen sozial verträglichen Übergang sorgen. So würde Klimapolitik zu einer Erfolgsgeschichte.

In den 1990er Jahren haben sich die Grünen mit der Forderung nach einer deutlich ansteigenden Benzinsteuer aus dem Deutschen Bundestag katapultiert. Aktuell riskiert Frankreichs Präsident Macron durch höhere Steuern auf Benzin und Diesel sein ganzes Reformprogramm. Und immer wieder haben sich Umweltschützer, Sozialverbände und Gewerkschafter gegenseitig blockiert, weil die Interessen des Anderen den eigenen Anliegen zuwider liefen. Ökonomie und Ökologie seien nur in mühsamen Kompromissen miteinander vereinbar, heißt es bisher. Höhere Kosten für Kerosin, Benzin oder Heizöl seien für einen Großteil der Bevölkerung nicht tragbar.

Eine soziale Gesellschaft kann sich einen ökologischen Fortschritt nur in ganz kleinen Schritten leisten, lautet die gängige Argumentation. Auch der mündige Bürger verweigert sich notwendigen Einsichten, wenn es zu Lasten des eigenen Geldbeutels geht.

Einfach, sozial und ökologisch den Widerspruch auflösen

Dieser Widerspruch wird aufgelöst, wenn das zusätzliche Aufkommen an Steuern oder Abgaben unmittelbar an die Bürger zurücküberwiesen wird und alle Menschen davon profitieren. Dabei gilt, je klimaneutraler das Konsumverhalten eines Menschen ist, desto größer ist sein Vorteil bei steigenden Klimaabgaben. Ferner gilt, je geringer der Lebensstandart eines Bürgers, desto größer ist seine Entlastung durch die neue Umverteilung. Denn arme Menschen erzeugen unterdurchschnittlich viel CO2. Daher ist ihr absoluter Anteil an einer CO2-Abgabe gering. Der für alle gleich große Erstattungsbetrag ist für den Einkommensschwachen jedoch relativ mehr wert als für einen wohlhabenden Bürger.

Eine CO2-Abgabe, die zu einer CO2-Dividende wird, ist ein ökologischer Ansatz, der gleichermaßen gerecht, demokratisch und marktwirtschaftlich ist. Eine CO2-Steuer, die pro Kopf an die Bürger zurückverteilt wird, stellt die Mechanismen des Marktes in den Dienst des Klimaschutzes. Im Unterschied zu einer Steuersenkung als Kompensation für höhere Energiesteuern profitieren auch jene Menschen, die gar nicht in der Lage sind, Steuern zu zahlen. Kinder und Rentner erhalten den gleichen Betrag wie ein Vorstandsvorsitzender. Da ein Großteil der Bevölkerung versuchen wird, sich aus ökologischen und/oder finanziellen Gründen CO2 sparend zu verhalten, wird es viele Profiteuere des Systems geben und mit zunehmenden Klima-Einkommen wird der Ansatz auf Dauer viele Befürworter gewinnen.

Als erste Partei in Deutschland habe die Grünen die Durchschlagskraft dieses Mechanismus offenbar erkannt. Im Entwurf zum Europawahlprogramm heißt es im Kapitel „Erhalten, was uns erhält: unsere natürlichen Lebensgrundlagen schützen“:

Da Steuern und Abgaben auf Verbrauch immer sozial schwächere Haushalte stärker belasten als reichere, wollen wir die zusätzlichen Einnahmen aus der CO2-Besteuerung an die Verbraucher*innen zurückgeben. Unser Ziel ist die Schaffung eines Energiegeldes als Pro-Kopf-Zahlung an die Menschen in Europa. Solange dies nicht europäisch umsetzbar ist, werden wir in Deutschland vorangehen.

Aus dem Europaprogramm der Grünen

Abgaben auf Ressourcenverbrauch

Verständigt man sich auf das Prinzip, umweltschädigendes Verhalten finanziell zu belasten, die Bevölkerung aber zu gleichen Teilen am Aufkommen zu beteiligen, stehen der Politik völlig neue Wege offen. Gilbert Metcalf, Dirk Löhr und andere machen in ihren Arbeiten deutlich, dass eine Ressourcenabgabe ohne großen bürokratischen Aufwand umgesetzt werden kann. Die Verbrennung von Kohle, Gas und Öl wird bereits heute lückenlos erfasst und kann so einfach durch steigende Abgaben belegt werden.

Ähnlich einfach könnte man andere Monopolerträge heranziehen, um gesellschaftlichen Wandel zu unterstützen. Das knappe Gut des städtischen Straßenraums beispielsweise ist eine Ressource, die vielen PKW-Besitzern zur Vermeidung von Garagenkosten kostenlos überlassen wird. Die daraus resultierenden Fehlentwicklungen kann man leichter korrigieren, wenn steigende Parkgebühren gleichzeitig pro Kopf an die Bewohner einer Stadt zurückverteilt werden. Alles andere würde zu wütenden Protesten vieler Akteure führen.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat eine „Nahverkehrsabgabe von Autofahrern“ vorgeschlagen und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die FDP sieht dadurch schon den Wohlstand unserer Gesellschaft bedroht. Kombiniert man aber Kuhns Idee mit der Idee eines Mobilitätsbudgets, wie es die Deutsche Bahn-Managerin Sylvia Lier entworfen hat, ergeben sich attraktive und vor allem durchsetzbare Konzepte für unsere Städte. Ein von Unternehmen anzubietendes Mobilitätsbudget für seine Beschäftigten, kann von den Städten aufgestockt und auf die übrigen Bürger ausgeweitet werden. Damit hätte jeder Bürger Einnahmen zur Verfügung, um seine Mobilität zu sichern. Allen Einwohnern kann auf diese Weise gewissermaßen ein Grundrecht auf Mobilität finanziert werden.

Wie gerecht sind Kopfpauschalen

Die dargestellten Ideen beschreiben einen mehrfachen Paradigmenwechsel. Nicht wirklich neu ist der Gedanke, durch Kosten für die Nutzung und den Verbrauch gesellschaftlicher Ressourcen lenkend auf das Verhalten der Bürger einzuwirken. Gewöhnungsbedürftig dagegen ist für viele Protagonisten der Ansatz, diese Einnahmen direkt an die Bürger zurückzugeben.

Politiker tun sich mit diesem Gedanken schwer, da sie traditionell davon ausgehen, dass es den gewählten Volksvertretern zusteht, Einnahmen nach reiflicher Überlegung und Planung zu verteilen. Eine noch größere Skepsis wird zunächst das Prinzip auslösen, dass jeder Bürger einen gleich großen Anteil erhalten soll. Vielen Menschen erscheint das auf den ersten Blick als ungerecht. Führt man diesen Gedanken jedoch konsequent zu Ende, erweist sich dieses Prinzip als viel gerechter, als beispielsweise prozentuale Erhebungen oder Zuwendungen.

Um die Vorteile einer Pro-Kopf-Dividende anschaulich zu machen, sind die Untersuchungen der Zürcher SP-Nationalrätin und Ökonomin Jacqueline Badran hilfreich. Im moneta-Interview erläutert sie: “

Machen wir ein Gedankenexperiment: Hätte der Staat den ganzen Boden in seinem Besitz und würde er dafür eine jährliche Benutzungsgebühr von zwei Prozent verlangen, so ergäbe dies 80 Milliarden Franken jährlich. Wenn der Staat den Boden hätte, könnte er alle Steuern abschaffen und nur von dieser Nutzungsgebühr leben. So wie es heute die Privaten tun.

Jacqueline Badran

Ein fantastischer Vorschlag. Kein Schweizer Bürger bräuchte mehr Steuern zahlen. Aber wäre das für alle gleichermaßen ein Gewinn? Alternativ könnte man auch jeden Einwohner mit fast 10.000 Franken pro Jahr versorgen. Eine 5-köpfige Familie hätte damit praktisch ein Grundeinkommen von 50.000 Franken zur Verfügung. Während bei einem Verzicht auf Steuern jene leer ausgehen, die sich ohnehin keine oder kaum Steuerzahlungen leisten können. Die Pro-Kopf-Dividende dagegen erhöht die Kaufkraft aller Bürger.

Pro-Kopf-Dividenden aus Ressourcenverbrauch und Monopolabgaben sind gewissermaßen ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) light. Sie können und sollen kein Existenz sicherndes Einkommen ersetzen. Sie sind aber Bausteine bei der Sicherung verschiedener Grundbedürfnisse. Im Telepolis-Interview kritisiert der Ökonom Heinz-Josef Bontrup die derzeitigen Modelle für ein BGE mit den Worten: „Hier wollen die Befürworter, dass Menschen für andere Menschen arbeiten.“

Das trifft den Nagel auf den Kopf. Eine ressourcengestützte Pro-Kopf-Dividende dagegen schöpft Lenkungsabgaben und leistungslose Erträge ab und entlastet somit die Arbeitenden mitunter enorm.

Fazit

Marktwirtschaft kann besser funktionieren, wenn sauberer Luft, knappem Straßenraum und endlichen Bodenschätzen angemessene Preise zugewiesen werden. Dadurch generierte Einnahmen sollten den Bürgern in geeigneter Weise als CO2-Dividende, als individuelles Mobilitätsbudget oder in anderer Form persönlich zur Verfügung gestellt werden. Das Gros der Bevölkerung wird zu den Gewinnern gehören, ökonomisch und zusätzlich durch das Verringern von ökologischen Folgeschäden. Umweltschädigendes Verhalten und Ressourcenverbrauch kann so auf vielfache Weise belastet werden und trägt dennoch dazu bei, dass die herrschende „Verteilungsschieflage“ (Bontrup) rückläufig wird.

Klaus Willemsen ist freier Referent der Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung. Aktuelle Kommentare finden Sie auf www.INWO.de.

(Klaus Willemsen)

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via Telepolis http://bit.ly/2GTi2Tr

January 26, 2019 at 04:13PM

Keine Utopie mehr: Impfung für Alzheimer ist auf dem Weg

Keine Utopie mehr: Impfung für Alzheimer ist auf dem Weg

Keine Utopie mehr: Impfung für Alzheimer ist auf dem Weg

http://bit.ly/2FTxugT

Die wirkliche Ursache für Alzheimer ist wahrscheinlich entdeckt: Bislang konzentrierte sich die Forschung auf die Proteine Amyloid und Tau, die sich in großer Zahl in den Gehirnen von Alzheimerpatienten finden lassen. Doch neue Studien zeigen, dass die Ansiedlung dieser Stoffe eher eine Reaktion auf die Angriffe durch das Bakterium Porphyromonas Gingivalis darstellt.

Lässt sich Alzheimer demnächst sogar rückgängig machen?

Zahnfleischbakterien wandern ins menschliche Gehirn

Porphyromonas Gingivalis löst Zahnfleischentzündungen aus und wandert offensichtlich gern auch ins Gehirn. Die bisherige Annahme, dass entzündetes Zahnfleisch nur eines von vielen Risikofaktoren für die schwere Demenzkrankheit ist, scheint nach neuesten Untersuchungen nicht haltbar. Eher gibt es gute Gründe für eine neue Sichtweise, nämlich, dass die chronische Besiedlung durch Porphyromonas Gingivalis Alzheimer erst auslöst! Die Bakterien gelangen nicht, wie vormals angenommen, aufgrund der Gehirnerkrankung bis in den menschlichen Kopf, sondern sie sind vorher da.

Bei Mäusen lösen die Bakterien Gehirnentzündungen aus

Bei gesunden Mäusen lösen ins Gehirn injizierte Porphyromonas Gingivalis Entzündungen und Nervenschäden aus, im weiteren Verlauf entstehen immer dichter werdende Amyloid-Beläge. Die gute Nachricht: Ein Medikament, das die von den Bakterien gebildeten wichtigsten Giftstoffe blockt, kann wahrscheinlich Alzheimer verhindern und die Erkrankung vielleicht sogar bis zu einem gewissen Grad umkehren. Entsprechende klinische Studien beginnen noch in diesem Jahr, sie sind mit hohen Erwartungen belegt. Im besten Fall wird es demnächst eine wirksame Impfung gegen Alzheimer geben, oder zumindest gegen Zahnfleischentzündungen, die alles andere als harmlos sind und viele weitere Krankheiten auslösen können.

Wirksame Therapien und Impfungen werden sehnlichst erwartet

Demenz hat sich in den letzten Jahren zur fünfthäufigsten Todesursache der Welt aufgeschwungen. Millionen von Menschen sterben jedes Jahr an diesem schrecklichen Altersleiden, langsam und schleppend. 70 % von ihnen leiden an Alzheimer; der Bedarf nach wirksamen Therapiemöglichkeiten ist immens. Bis ins hohe Alter auch im Gehirn fit zu bleiben, das wünschen wir nicht nur unseren älteren Angehörigen, sondern ganz sicher auch uns selbst!

Quelle: newscientist.com

Technologie

via Trends der Zukunft http://bit.ly/2TX0BUn

January 27, 2019 at 04:13PM

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